Ein sattgrüner Rasen ist für viele Gartenbesitzer das Herzstück ihres Gartens. Er lädt zum Spielen, Entspannen oder Grillen mit Familie und Freunden ein und verleiht jedem Garten ein gepflegtes Gesamtbild. Doch gerade im Sommer gerät die Rasenfläche schnell an ihre Grenzen. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und längere Trockenphasen setzen den Gräsern zu. Viele Hobbygärtner stellen sich deshalb die Frage, ob der Rasen während einer Hitzewelle überhaupt gemäht werden sollte oder ob es sinnvoller ist, ihm eine kleine Pause zu gönnen.

Tatsächlich lautet die Antwort: Ja, der Rasen darf auch im Sommer gemäht werden, allerdings mit etwas Fingerspitzengefühl. Denn nicht das Mähen selbst stellt das Problem dar, sondern die Art und Weise, wie es durchgeführt wird.

Ein häufiger Fehler besteht darin, den Rasen besonders kurz zu schneiden. Was auf den ersten Blick ordentlich und gepflegt aussieht, bedeutet für die Gräser zusätzlichen Stress. Kurze Halme bieten dem Boden kaum Schutz vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Dadurch erwärmt sich die Erdoberfläche deutlich schneller, Feuchtigkeit verdunstet und die Wurzeln trocknen aus. Gerade während längerer Hitzeperioden empfiehlt es sich deshalb, den Rasen etwas höher stehen zu lassen. Eine Schnitthöhe von etwa fünf bis sechs Zentimetern sorgt dafür, dass die Halme den Boden beschatten und die vorhandene Feuchtigkeit länger gespeichert wird. Gleichzeitig entwickelt der Rasen tiefere Wurzeln und wird insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit.

Ebenso entscheidend ist der richtige Zeitpunkt für den Rasenschnitt. Während der Mittagshitze sollten Rasenmäher möglichst in der Garage bleiben. In den heißen Stunden des Tages stehen die Gräser ohnehin unter erheblichem Stress. Jeder zusätzliche Schnitt erschwert die Regeneration und kann dazu führen, dass die Schnittstellen austrocknen. Deutlich besser eignen sich die frühen Morgenstunden oder der Abend, wenn die Temperaturen angenehmer sind und sich der Rasen anschließend erholen kann.

Mindestens genauso wichtig wie das Mähen ist die richtige Bewässerung. Viele Gartenbesitzer greifen täglich zum Gartenschlauch und geben ihrem Rasen kleine Wassermengen. Effektiver ist jedoch das genaue Gegenteil. Wird der Rasen ein- bis zweimal pro Woche intensiv bewässert, dringt das Wasser tief in den Boden ein und regt die Wurzeln dazu an, ebenfalls in tiefere Bodenschichten vorzudringen. So kann sich der Rasen auch während trockener Phasen besser selbst mit Feuchtigkeit versorgen. Gegossen werden sollte möglichst in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, damit möglichst wenig Wasser verdunstet und die Pflanzen ausreichend Zeit haben, die Feuchtigkeit aufzunehmen.

Nicht selten verfärbt sich der Rasen im Hochsommer gelb oder sogar braun. Auch wenn dies zunächst beunruhigend aussieht, handelt es sich häufig um einen natürlichen Schutzmechanismus der Gräser. Um Wasser zu sparen, fahren sie ihr Wachstum herunter und wechseln gewissermaßen in eine Ruhephase. Sobald die Temperaturen sinken und wieder ausreichend Niederschläge fallen oder regelmäßig bewässert wird, regenerieren sich gesunde Rasenflächen in den meisten Fällen von selbst.

Wer seinem Rasen zusätzlich etwas Gutes tun möchte, sollte außerdem auf scharfe Mähmesser achten. Saubere Schnitte verheilen deutlich schneller als ausgefranste Halme und verringern gleichzeitig das Risiko für Krankheiten. Ebenso empfiehlt es sich, den Rasen nicht unnötig zu belasten, wenn er unter Hitze leidet. Häufiges Betreten oder dauerhaft abgestellte Gartenmöbel können in dieser Zeit zusätzliche Schäden verursachen.

Mit der richtigen Pflege bleibt der Rasen auch in den Sommermonaten vital und widerstandsfähig. Oft sind es bereits kleine Veränderungen, eine etwas höhere Schnitthöhe, der richtige Zeitpunkt zum Mähen und eine durchdachte Bewässerung, die einen großen Unterschied machen. So bleibt die grüne Oase auch an heißen Tagen ein Ort zum Wohlfühlen und lädt die ganze Familie dazu ein, den Sommer im eigenen Garten zu genießen.